Was eine mechanische Uhr so alles leistet

0,001 Prozent genau

Auch wenn eine mechanische Uhr nicht haargenau mit der Präzision einer Atomuhr arbeitet, so gibt es keinen Grund zur Unzufriedenheit.
Das Zeitzeichen wird durch die schrankgroße Cäsium-Zeitbasis der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig unter optimalen Raum- und Temperaturverhältnissen ermittelt.
Eine Armbanduhr arbeitet unter ungleich schwereren Bedingungen. Ihr Gang wird durch Lagenveränderung, schwankende Temperatur, Magnetismus, Staub, Kondenswasser, unregelmäßiges aufziehen und Ölen nachhaltig beeinflusst.
Trotzdem zählt sie jeden Tag 86400 Sekunden ab. Wenn sie auch etwas variiert, so ist sie immer noch recht nahe an der 100% Präzision. Geht eine mechanische Uhr nur 1 Sek. pro Tag vor, so hat sie eine Gangabweichung von nur0,0011 Prozent.

Uhren und Temperaturen

Temperaturschwankungen beeinflussen den Gang der Uhr. Eine einmalige und dauerhafte Temperaturveränderung von 50 C genügt, um die mechanische Uhr 1 Minute vor- oder nachgehen zu lassen.

Warum die Feder bricht

Die Uhrfeder einer alten Armband- oder Taschenuhr besteht aus einem dünnen Stahlband, dessen Struktur nicht homogen ist.
Federbrüche sind aus diesem Grund unvermeidbar, denn die stete Spannung der Feder ermüdet das Metall.
Dünne, gut gehärtete Uhrfedern ergeben eine größere Ganggenauigkeit der Uhr als weiche. Sie brechen aber auch leichter.
Eine Feder kann ohne Schuld des Fabrikanten, des Uhrmachers oder des Trägers brechen. Auch darf aus einer gebrochenen Feder keinesfalls geschlossen werden, dass sie von schlechter Qualität war.

Mehr Leistung als ein Auto

Wenn sich das Rad eines Autos 120 Millionen mal dreht, so hat der Wagen ca. 250000 km zurückgelegt. Wir zählen ihn zum alten Eisen.
Die Unruh eines Schnellschwingerwerkes macht aber pro Jahr 315 360 000 Bewegungen. Nach 10 Jahren sind es 3 Milliarden, 153 Millionen und 600000 Halbschwingungen.

50 000 Schrauben in einem Fingerhut

In kleinen Uhren werden Schrauben verwendet, deren Kubikinhalt
nur 0,054 mm beträgt. Diese Schräubchen sind für unser Auge kaum sichtbar.
Man braucht etwa 50 000 Schräubchen, um einen Fingerhut prall zu füllen.
Jede dieser Schrauben besitzt ein tadelloses Gewinde und einen fein polierten Kopf. Dies gibt einen Begriff von der ungeheuren Präzision, die in der Uhrenfabrikation beachtet werden muß.
Auch wird klar, welch hohe Anforderung an die Geschicklichkeit eines Uhrmachers gestellt wird, der die Uhren reparieren muss.

Eine halbe Million Federn

Die Spirale bildet einen der wichtigsten Bestandteile der Uhr. Sie sitzt auf der Unruh. Die Herstellung dieser winzigen Spiralen ist sehr kompliziert. Spiralfedern für kleine Uhren wiegen nur zwei tausendstel Gramm ausgewalzt(0.01mm).
Ein Kilogramm solcher Federn ( 500 000 Stück ) würden einige zigtausend Euro kosten.


 

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